BGM-Impulse
Aktuelle Denkanstöße rund um Betriebliches Gesundheitsmanagement, mentale Gesundheit und Frauengesundheit – für Geschäftsführer:innen und HR-Verantwortliche.
Mentale Gesundheit im Unternehmen: Was Mental Load, Frauengesundheit und gute Führung miteinander zu tun haben
Psychische Belastungen gehören inzwischen zu den Themen, mit denen sich Unternehmen auseinandersetzen müssen – nicht nur aus gesundheitlicher, sondern auch aus unternehmerischer Perspektive.
Denn wenn Mitarbeitende dauerhaft unter hoher Belastung stehen, betrifft das irgendwann auch das Unternehmen:
Die entscheidende Frage für Geschäftsführer:innen und HR-Verantwortliche lautet deshalb nicht:
„Wie können wir unsere Mitarbeitenden stressresistenter machen?“
Sondern:
„Wie gestalten wir Arbeit so, dass Menschen langfristig gesund und leistungsfähig arbeiten können?“
Mental Load: Die unsichtbare Belastung wird zum Unternehmensthema
Mental Load wird häufig als privates Problem betrachtet. Doch gerade bei Frauen überschneiden sich berufliche und private Verantwortlichkeiten oftmals besonders stark.
Im Beruf Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen, Termine koordinieren und ständig an mehrere Dinge gleichzeitig denken. Und nach Feierabend geht die mentale Organisation weiter: Familie, Kinder, Pflege von Angehörigen, Haushalt, Termine, Organisation.
Diese permanente Verantwortungs- und Denkarbeit kann zur zusätzlichen Belastung werden.
Für Unternehmen ist dabei interessant: Nicht die private Lebenssituation muss bewertet werden. Entscheidend ist, welche Auswirkungen die Gesamtbelastung auf die Arbeitssituation haben kann – und welche arbeitsbedingten Faktoren beeinflussbar sind.
Frauengesundheit gehört auf die Agenda des BGM
Ein weiterer Aspekt wird in Unternehmen zunehmend relevanter: die Wechseljahre.
Frauen sind heute länger im Berufsleben und übernehmen gleichzeitig häufig anspruchsvolle Fach- und Führungsaufgaben. Die Wechseljahre können unter anderem mit Schlafproblemen, Hitzewallungen, Erschöpfung oder Konzentrationsproblemen einhergehen.
Das bedeutet nicht, dass die Wechseljahre eine Erkrankung sind. Aber gesundheitliche Veränderungen können zusammen mit ungünstigen Arbeitsbedingungen die Belastung erhöhen.
Wenn gleichzeitig hoher Zeitdruck, Personalknappheit, permanente Erreichbarkeit oder wenig Handlungsspielraum bestehen, kann aus mehreren einzelnen Belastungsfaktoren eine erhebliche Gesamtbelastung entstehen.
Hier treffen Frauengesundheit, psychische Gesundheit und Arbeitsgestaltung aufeinander.
Genau hier kommt die psychische Gefährdungsbeurteilung ins Spiel
Die psychische Gefährdungsbeurteilung sollte dabei nicht als lästige Pflicht verstanden werden. Sie kann ein wertvolles Instrument sein, um herauszufinden:
- Wo erleben Beschäftigte tatsächlich psychische Belastungen?
- Welche Arbeitsbedingungen tragen dazu bei?
- Gibt es besonders belastete Bereiche oder Tätigkeitsgruppen?
- Wo entstehen Zeitdruck und Überforderung?
- Wie funktionieren Kommunikation und Führung?
- Gibt es ausreichend Handlungsspielraum und Erholungsmöglichkeiten?
- Wie werden Veränderungen im Unternehmen erlebt?
Und vor allem: Welche konkreten Maßnahmen lassen sich daraus ableiten?
Denn eine Befragung allein verändert noch nichts. Erst die Verbindung aus
macht daraus einen nachhaltigen Prozess.
Was Geschäftsführer:innen und HR jetzt prüfen sollten
Vielleicht lohnt sich am 10. Oktober einmal ein Blick auf fünf Fragen:
Wissen wir, welche psychischen Belastungen in unserem Unternehmen tatsächlich bestehen?
Nicht vermuten. Nicht nur auf Krankheitszahlen schauen. Sondern systematisch erheben.
Kennen unsere Führungskräfte die Warnsignale von Überlastung?
Und wissen sie, wie sie angemessen reagieren können?
Haben wir Arbeitsorganisation und Führung als Gesundheitsfaktoren im Blick?
Psychische Belastung entsteht nicht ausschließlich durch „zu viel Arbeit“, sondern kann auch durch fehlende Prioritäten, ständige Unterbrechungen, Konflikte, mangelnde Transparenz oder fehlende Handlungsspielräume entstehen.
Berücksichtigen wir unterschiedliche Lebensphasen?
Familienphase, Pflegeverantwortung, Wiedereinstieg, längere Betriebszugehörigkeit oder Wechseljahre können unterschiedliche Herausforderungen mit sich bringen.
Sind unsere Maßnahmen wirklich an den Ursachen orientiert?
Ein Gesundheitstag kann ein guter Impuls sein. Ein Obstkorb kann nett sein. Ein Resilienzseminar kann sinnvoll sein.
Aber wenn die eigentliche Ursache beispielsweise chronische Überlastung, schlechte Arbeitsorganisation oder fehlende Führungsklarheit ist, reicht eine Einzelmaßnahme nicht aus.
Gesundheit ist eine Führungs- und Organisationsaufgabe
Ein modernes BGM sollte deshalb mehr leisten als einzelne Gesundheitsangebote. Es sollte die Frage stellen:
Was brauchen unsere Beschäftigten, damit sie ihre Arbeit langfristig gesund ausüben können?
Dazu gehören aus meiner Sicht drei Ebenen:
Arbeitsbedingungen
Arbeitsorganisation, Aufgabenverteilung, Arbeitszeit, Kommunikation, Handlungsspielräume und Führung.
Individuelle Unterstützung
Gesundheitswissen, Stressmanagement, Bewegung, Ernährung, Frauengesundheit und Unterstützung in besonderen Lebensphasen.
Unternehmenskultur
Ein Umfeld, in dem Belastungen angesprochen werden dürfen, ohne dass Mitarbeitende Angst haben müssen, als „nicht belastbar“ zu gelten.
Mein Ansatz für KMU
Gerade kleine und mittlere Unternehmen haben häufig keine eigene BGM-Abteilung und keine Kapazitäten, um solche Themen dauerhaft intern abzubilden. Hier kann eine externe BGM-Expertin auf Zeit unterstützen.
Ich begleite Unternehmen unter anderem bei:
- Aufbau und Optimierung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements
- psychischer Gefährdungsbeurteilung
- Analyse psychischer Belastungen und Entwicklung passender Maßnahmen
- Gesundem Führen
- Mental Load und Stressmanagement
- Frauengesundheit und Wechseljahre im Unternehmen
- BEM und gesundheitsorientierter Wiedereingliederung
- Workshops und Sensibilisierung für Führungskräfte und Mitarbeitende
Dabei geht es mir nicht darum, Unternehmen mit möglichst vielen Einzelmaßnahmen zu versorgen. Es geht darum, die richtigen Maßnahmen an den richtigen Stellen einzusetzen.
Der 10. Oktober ist ein guter Anlass für einen Perspektivwechsel
Mentale Gesundheit ist nicht allein die Verantwortung des einzelnen Mitarbeitenden. Und sie beginnt auch nicht erst dann, wenn jemand krankheitsbedingt ausfällt.
Sie beginnt bei der Frage:
Wie ist Arbeit in unserem Unternehmen organisiert?
Denn gesunde Mitarbeitende sind das Ergebnis von guter Führung, gesundheitsgerechter Arbeitsgestaltung und einer Unternehmenskultur, in der Gesundheit einen echten Stellenwert hat.
Wenn Sie als Geschäftsführer:in oder HR-Verantwortliche:r prüfen möchten, wo Ihr Unternehmen beim Thema psychische Gesundheit, Mental Load und Frauengesundheit steht, unterstütze ich Sie gerne mit einer strukturierten Bestandsaufnahme und konkreten Handlungsempfehlungen.
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